Meine Seite ist nicht schnell genug!

Meine Seite ist nicht schnell genug!

Meine Seite ist nicht schnell genug! 2000 1335 Gesine Aguilar Paz

Die Geschwindigkeit einer Website ist ein wichtiger Rankingfaktor – neben guter Lesbarkeit, einer einfachen Bedienung, ansprechenden und umfangreichen Inhalten sowie positiver Reputation – versteht sich.

Pagespeed testen

Ich teste in der Regel auf mehreren Plattformen:

  1. https://developers.google.com/speed/pagespeed/insights/
  2. https://gtmetrix.com/
  3. https://tools.pingdom.com/
  4. https://www.experte.de/pagespeed
  5. https://www.webpagetest.org/

Warum so viele? Weil mir jede spezifische Informationen auf ihre eigene Art aufbereitet und ich so die Stellschrauben erkennen kann, an denen ich drehen muss, um die Performance zu verbessern.

Und was ist schnell?

Laut Google ist eine Ladegeschwindigkeit von

  • 0–1.000 ms schnell
  • 1.000–2.500 ms durchschnittlich
  • über 2.500 ms langsam

Quelle: Google Developers

Pagespeed steigern WordPress

Zugegeben, WordPress ist nicht die beste Grundlage für Schnelligkeit. Die datenbankintensive Struktur und die kombinierten Scripte und Styles der Plugins – naja, das Ganze war und ist noch immer ein wenig zu langsam für die perfekte Performance. Aber aktuell kann man mit einer schlichten WordPress-Seite und ein paar Optimierungen erstklassige Ergebnisse in Sachen Pagespeed erzielen.

Performance-Optimierung bei WordPress-Seiten ist ein schier endloses Thema, im Folgenden nur die für mich erfolgreichsten Mittel. 

Bilder

Standardmäßig bearbeite ich die Bilder auf den Webseiten natürlich und lade sie weboptimiert in verschiedenen Größen hoch. Außerdem nutze ich ein CDN. Hier gibt es also in der Regel nicht viel zu tun. Wenn der Kunde/die Kundin ebenfalls Content produziert und Bilder hochlädt, hat sich das Plugin autoptimize von Frank Goossens bewährt, mit dem man Bilder komprimieren kann, es gibt die Lazy-Load-Funktion und es werden WebP and AVIF unterstützt. Auch WP-Optimize lässt sich dazu gut verwenden und hat außerdem noch ein CDN.

Scripte

Manchmal werden die ganzen CSS-Styles und Skripte der einzelnen Plugins etc. recht groß. Hier hat sich ebenfalls autoptimize bewährt, um CSS und Javascript zusammenzulegen, zu minimieren und zwischen zu speichern. Man kann standardmäßig CSS in den Seitenkopf einfügen, auch kritisches CSS einbinden und das zusammengelegte vollständige CSS verschieben, Skripte in die Fußzeile verschieben und auch HTML minimieren. Das geht auch mit WP-Optimize, aber wenn es autoptimize macht, erhalte ich bessere Ergebnisse im Testing.

Cache, GZIP-Komprimierung & Static File Headers

Die besten Ergebnisse habe ich bisher mit WP Fastest Cache erzielt. Ein total einfaches Plugin, das aber zuverlässig funktioniert und gute Ergebnisse erzielt. Außerdem aktiviere ich die GZip-Komprimierung, so werden sämtliche Ressourcen zusätzlich komprimiert, um Ladezeiten zu verringern. Ich achte darauf, dass ich den einzelnen Seiten und Beiträgen außerdem static file headers zuweise.

Datenbank

Mit WP-Optimize optimiere ich regelmäßig die Datenbank und bereinige sie.

Hosting

Web Hosting spielt auch eine wichtige Rolle bei der Ladezeit-Optimierung. Die großen Provider Strato oder 1&1 Ionos sind häufig völlig überlastet und haben schlechte Reaktionszeiten. Das liegt an am shared hosting, d.h. viele Kundenseiten liegen auf ein und demselben Server und bei hohem Traffic ist dieser schnell überfordert.

Google PageSpeed Insights (PSI)

Eine schnelle Seite kriegen wir also hin. Allerdings ist Geschwindigkeit leider nicht gleichbedeutend mit einem guten Ergebnis bei Googles PageSpeed Insights. Denn bei dem geht es um die Signale für Nutzerfreundlichkeit. 

Google bewertet Webseiten einerseits durch Nutzerdaten, andererseits durch sogenannte Labdaten, die auf dem Lighthouse Audit basieren. Lighthouse checkt Websites auf Nutzerfreundlichkeit basierend auf einem Algorithmus, der bestimmte Signale auswertet.

Durch das Verbot von Cookies erhält Google nun nicht mehr genügend Nutzerdaten für viele Seiten, so stehen immer häufiger keine Felddaten zur Verfügung. Es wird also darauf hinauslaufen, das Google demnächst ggf. ausschließlich mit dem Lighthouse-Audit bewertet.

Auswertung Google PageSpeed Insights

 

Oben im Bericht zeigt PSI einen Faktor an, der die Leistung der Seite zusammenfasst. Dieser Faktor wird ermittelt, indem Labdaten über die Seite mit Lighthouse erfasst und analysiert werden. Ein Faktor von mindestens 90 gilt als schnell und ein Faktor zwischen 50 und 90 als durchschnittlich. Ein Faktor unter 50 gilt als langsam.

Quelle: Google Developers

  • Ein Ergebnis von 0 bis 49 ist schlecht und sollte optimiert werden
  • Ein Ergebnis von 50 bis 89 ist verbesserungsfähig
  • Ein Ergebnis ab 90 ist gut

 

Was wird bewertet?

Im Mai 2021 gibt es nun ein Update des Google-Algorithmus für das Ranking:

Heute können wir bekanntgeben, dass die Signale für die Nutzerfreundlichkeit von Seiten im Ranking im Mai 2021 eingeführt werden. Mit diesen neuen Signalen kombinieren wir die Funktionen von Core Web Vitals mit den bestehenden Funktionen der Google Suche, darunter Optimierung für MobilgeräteSafe BrowsingHTTPS-Sicherheit und Richtlinien zur Vermeidung störender Einflüsse in der mobilen Erfahrung.

Core Web Vitals von Google

Core Web Vitals von Google

Quelle: Google Developers

Aber ganz wichtig in diesem Zusammenhang: 

Dabei ist die Nutzerfreundlichkeit zwar wichtig, dennoch berücksichtigt Google beim Ranking weiterhin vor allem die angebotenen Informationen, auch wenn die Nutzererfahrung in mancher Hinsicht unterdurchschnittlich ausfällt. Eine gute Nutzerfreundlichkeit bedeutet nicht, dass relevante Inhalte unwichtiger werden. Wenn allerdings viele Seiten ähnlich relevante Inhalte haben, bekommt die Nutzerfreundlichkeit einen wesentlich höheren Stellenwert für die Sichtbarkeit in der Google Suche.

Quelle: Google Developers

Das bedeutet, es geht hier nicht einfach nur um schnelle Seiten. Es geht vor allem darum, die sich stetig ändernden Anforderungen, die Google an uns stellt, zu erfüllen. Eine Herausforderung. Ob uns das nun gefällt oder nicht.

Fazit:

  • Muss die Seite denn nun schnell sein, um im Google Ranking gut dazustehen? Ja, auch!
  • Aber Geschwindigkeit reicht nicht. Die Seite muss außerdem die neuen Web Vitals von Google erfüllen.
  • Eine gute Performance und Nutzerfreundlichkeit bedeutet zum Glück nicht, dass relevante Inhalte unwichtiger werden. Das hat Google bestätigt.

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